„Die­se Kri­se darf die schon vor­han­de­ne Men­schen­rechts­kri­se nicht wei­ter ver­schär­fen! Die Camps auf den grie­chi­schen Inseln müs­sen drin­gend eva­ku­iert wer­den und den Men­schen an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze muss gehol­fen wer­den“, sagt Bir­te Prit­zel, Vor­sit­zen­de des BDKJ Diö­ze­san­ver­band Hil­des­heim.

Tief bewegt hat uns dabei auch ein Erfah­rungs­be­richt eines enga­gier­ten Ehren­amt­li­chen in einem unse­rer Mit­glieds­ver­bän­de. Er arbei­tet seit zwei Mona­ten auf Samos für “Refugee4Refugee”, einer von 15 dort täti­gen NGOs. Die­se Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on küm­mert sich mit vie­len Ehren­amt­li­chen ins­be­son­de­re um die Neu­an­kömm­lin­ge.

Er schreibt unter ande­rem: „Wir müs­sen uns oft dar­an erin­nern, dass das kein Traum ist, son­dern die har­te und unmensch­li­che Wirk­lich­keit, die sich so nah abspielt. Es ist für mich oft schwer zu begrei­fen, dass ich mich immer noch in einem EU-Land befin­de, nach­dem was hier alles pas­siert. Es wer­den nun aus­nahms­los alle Asyl­ver­fah­ren unter­bro­chen, Neu­an­kömm­li­ge wer­den wie Ver­bre­cher behan­delt und müs­sen meist drau­ßen ohne Schutz über­nach­ten. Ich wer­de mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit Mitt­woch­mor­gen nach Les­bos über­set­zen und die Lage auf Les­bos ist noch schlim­mer: mit Angrif­fen auf NGOs jeg­li­cher Art (aus­ge­brann­te Autos, Lager­häu­sern, Schu­len, Trupps die nachts auf “Frei­wil­li­gen-Jagd” gehen, einer Grup­pe deut­scher Neo­na­zis, die auf der Insel ange­kom­men ist, …), den Flücht­lin­gen dort wird fast alles ver­baut, vie­le NGOs muss­ten zwangs­wei­se schlie­ßen, Flücht­lings­boo­te wer­den von der Küs­ten­wa­che ange­grif­fen und es wird mit schar­fer Muni­ti­on geschos­sen. Insu­la­ner hin­dern Flücht­lings­boo­te davon anzu­lan­den und vie­les mehr.
In Zei­ten der Coro­na­kri­se ist es umso wich­ti­ger nicht die Men­schen zu ver­ges­sen denen es so viel schlech­ter geht und wie­der ein offe­nes Auge für ande­rer Men­schen Pro­ble­me zu krie­gen.“

Als Christin*innen sind wir alle gefragt, hier aktiv zu sein, wo wir es per­sön­lich kön­nen und schaf­fen. Das Min­des­te, das wir tun kön­nen, ist auch wei­ter­hin dazu auf­zu­ru­fen, die Peti­ti­on #lea­venoon­ebe­hind zu unter­stüt­zen und alles dafür zu tun, damit die Situa­ti­on der Geflüch­te­ten nicht ver­ges­sen wird!

Zur Peti­ti­on auf Change.org LINK

Wer mit Spen­den hel­fen will, kann das hier tun: www.leavenoonebehind2020.org/donate